Analysemethoden

Theoretische Energiebedarfsermittlung.

Über die Aufnahme der bauphysikalischen Eigenschaften von Gebäuden wie:.

wird der Energiebedarf unter Berücksichtigung der Klimadaten am Standort errechnet. Dies kann im sogenannten "Einfachen Verfahren", in dem ein Jahresenergiebedarf ermittelt wird durchgeführt werden. Ratsamer ist die Anwendung der Berechnung im sogenannten Monatsverfahren, welches mehr Aufschluß über den Energiebedarf im Jahreszeitenverlauf gibt.

Das Berechnungsverfahren ist gemäß DIN 4108-6, DIN 4701-10, EnEV durchzuführen.

Unter anderem werden folgende Werte als Ergebnis ermittelt:

Beispiel: Heizkurve grafisch dargestellt
Heizkurve

 

Beispiel: Wärmebilanz grafisch dargestellt
Bilanzgrafik

Liegt der tatsächliche Energiebedarf weit über den theoretisch ermittelten Energiebedarf, sollte den Ursachen auf den Grund gegangen werden. Stimmen die Werte weitgehend überein, kann mit der Berechnungsgrundlage die Effektivität und Wirtschaftlichkeit geplanter Umbau- bzw. Sanierungsmasnahmen abgeleitet werden.

Beispiel: Kostenvergleich unterschiedlicher Varianten grafisch dargestelt
Kostenvergleich

 

Beispiel: Amortisation unterschiedlicher Varianten grafisch dargestelt
Amortisation

Diese theoretische Methode sollte immer als erstes, aufgrund ihres günstigen Aufwand/Nutzen Verhältnisses angewendet werden. Erst wenn große Differenzen zum tatsächlichen Energiebedarf nicht aufgeklärt werden können, sollten weitere Analysemethodn durchgeführt werden.

Analyse der Anlagentechnik.

Trendaufzeichnung der Anlagenwerte wie:.

Aus den Temperaturkurven ist ein gutes bzw. nicht funktionierendes Regelverhalten der Anlage leicht erkennbar.

Folende Ergebnisse können ausgewertet werden:

Beispiel einer schlechten Heizungsregelung
Heizkrisschlecht

 

Beispiel einer guten Heizungsregelung
Heizkreisgut

Fazit zum Optimieren

Es wurde mit einer konventionellen NT-Anlage bezogen auf den Mittelwert von 1991..93 eine Reduzierung von mehr als 35% im Ölverbrauch erreicht, wenn man den Verbrauch auf das langfristig gleitende 10- Jahresmittel normiert (damit ist er relativ gut von den jahreszeitlichen Schwankungen befreit).

Alleine durch Änderungen an der Anlage wurde dies erreicht, am Haus wurden keine Änderungen vorgenommen. Es geht auch ohne Kesseltausch - oder: Sparen beim Öl/Gasverbrauch ohne Komfortverlust ist gerade bei einer bekannten vorhandenen Anlage gut möglich. Die Anpassung an die Erfordernisse der Nutzer ist die wesentliche Optimierungsarbeit, sonst könnte man gleich abschalten :-) Die Einsparungen sind zurückzuführen auf die konsequente Verringerung der Verluste beim Nutzerverhalten, bei der Anpassung der Steuerung/Regelung und bei den Anlagenkomponenten. Allein in der Übergangszeit lassen sich mit der richtigen Heizgrenze 20-40% sparen.

Anlagenwirkungsgrad = Output / Input

Wenn Sie die 2 wesentlichen Zähler besitzen, nämlich einen Gas/Ölzähler vor dem Brenner und einen (oder mehrere) Wärmezähler vor der Wärmeverteilung, können Sie den Jahreswirkungsgrad (Nutzungsgrad) ihrer Anlage einfach und genau bestimmen. Erschrecken Sie nicht: Sie werden nur 50-70% messen. Es gehen also 30-50% des eingekauften Brennstoffs an Ihnen vorbei, ohne Wärme zu erzeugen. Das liegt an den tollen Steuerungen aus dem letzten Jahrtausend, die immer noch verbaut werden.

BlowerDoor Test.

Verstellbarer Rahmen und luftdichte Nylonplane gehören zur Ausstattung.
Mit dem Ventilator, eingebaut mit dem Verstellrahmen in Tür oder Fenster wird im Gebäude ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt (entspricht dem Winddruck auf das Gebäude bei Windstärke 4 - 5).
Die abgesaugte Luftmenge wird gemessen und darüber die Luftwechselrate bei 50 Pascal bestimmt.

Leckagen in der Außenhülle spüren Sie per Hand und mit dem Luftgeschwindigkeitsmessgerät auf.
Der BlowerDoor Test hat sich im alltäglichen Messeinsatz bewährt und wird nach entsprechenden Normen dokumentiert.

Mit dem BlowerDoor-Test können Sie zuverlässig die Luftdichtheit von Gebäuden messen, Leckagen schon während der Bauphase feststellen und nach der Beseitigung der Schwachstellen die Qualität aller Maßnahmen zur Abdichtung der Gebäudehülle begutachten und dokumentieren.

An Bestandsgebäuden kann der Test Aufschluß über die Dichtheit der außeren Gebäudehülle geben. Entsprechend effektive Energiesparmaßnahmen können aus dem Ergebnis abgeleitet und umgesetzt werden.

Die Dichtheit von Gebäudehüllen wird gemäß EN 13829, nach DIN 4108-7 und EnEV 2002 über eine Differenzdruckmessung durchgeführt. Das Ergebnis aus dieser Messung bzw.das erreichen der entsprechenden Zielwerte kann dem Energiebedarfs-Ausweis beigefügt werden.

Thermografische Gebäudeanalyse

Aufnahmen zum lokalisieren von thermischen Schwachstellen an Gebäudefassaden, z.B.:

Die Thermografie nutzt die Tatsache, dass alle Gegenstände unsichtbare Wärmestrahlung aussenden. Die Thermokamera erfasst diese unsichtbare thermische Strahlung und stellt sie als sichtbares Thermogramm dar. Dank bekannter physikalischer Zusammenhänge kann aus der erfassten Wärmestrahlung auf die Temperaturverteilung an der Oberfläche des betrachteten Gegenstandes geschlossen werden.

Die Gebäudethermographie kann berührungslos die Oberflächentemperaturen erfassen und ermöglicht damit eine Beurteilung von wärmetechnischen Eigenschaften. Im Thermogramm werden verschiedenen Temperaturen unterschiedliche Farben zugeordnet.

Mit Hilfe der Thermographie können so fehlerhafte Wärmedämmungen, Undichtheiten der Gebäudehülle und Wärmebrücken sichtbar gemacht werden. Mittels der Thermografie kann man auch Heizungsleitungen und Leckagen (z.B. bei der Fußbodenheizung) sichtbar machen.

Beispiel: Wärmeleck einer nicht isolierten Heizleitung in der Wand
Wärmeleck

 

Beispiel: Feuchte Ecke, hervorgerufen durch Oberflächentemperatur unter Taupunkt
Feuchte Ecke

Zur Durchführung der thermografischen Analyse ist ein Temperaturgefälle (innen/außen) von in der Regel mindestens 10 C notwendig. Daher wird die Thermografie meist in der Heizphase durchgeführt, da Wärmebrücken mit Temperaturerhöhung an der Außenfläche der Gebäudehülle, welche von der Heizwärme im inneren verursacht werden, zu erkennen sind.

 

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